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Neue Taschenbücher im Juni 2026 Mit Empfehlungen zu Lydia Davis, Neige Sinno, Maylis de Kerangal und vielen anderen
Der Taschenbücherbrief im Juni ist da! Und die Auswahl kann sich sehen lassen: Begeistert blätterten sich sich die KritikerInnen durch den neuen Erzählband von Lydia Davis: In "Unsere Fremden" liest man von kuriosen Großstadtverwirrungen, Callcenter-Gesprächen, dem Streit über eine Kokosnuss, einer alten Frau, die zu Thanksgiving Dosenfleisch kauft - diese scheinbar alltäglichen Szenen werden unter der Feder der "Meisterin der Verdichtung" zu funkelnden Miniaturen, jubelt Dlf Kultur. Erstaunliche Lakonie und eine wunderbare Selbstironie stellt die FR fest, für die FAZ stecken ganze Romane in diesen Short Stories. Geschockt und tief berührt hat die Kritiker Neige Sinnos Roman "Trauriger Tiger", in dem die französische Schriftstellerin den sexuellen Missbrauch verarbeitet, den sie als Kind und Teenager durch ihren Stiefvater erlitt. Ein "meisterhaftes Stück Literatur", das die erfahrene Gewalt und Ohnmächtigkeit in vielschichtiger Reflexion sichtbar macht, lobt die taz. Der schlichte, klare und dennoch feinsinnig tastende Erzählstil begeistert Dlf Kultur. Schwer erträglich, aber radikal augenöffnend sind Sinnos Sprachbilder für die Zeit. Eines der "wahrsten" Bücher über das Ende einer Liebe hat Julia Schoch verfasst, nickt Elke Heidenreich, die ein ausgesprochener Fan ihrer Kollegin ist, in der SZ. "Das Liebespaar des Jahrhunderts" erzählt von der Entfremdung eines Paares nach dreißig Jahren Ehe und der Suche nach den Ursachen für den Verlust der Liebe. In all ihrer Knappheit entfalte die Geschichte enorme erzählerische Kraft, lobt die FAZ. Die Welt findet es einfach nur "brillant", wie Schoch die Dissonanzen zwischen den Ehepartner seziert. Einige loben ihn, viele schmähen ihn, ein paar können ihn so gar nicht leiden: Friedrich Merz ist für viele nicht gerade der "Lieblingsmensch", als den ihn Emmanuel Macron per Popsong auf Social Media ehrte. Allerdings ist als deutscher Bundeskanzler einer der mächtigsten Politiker der Welt und wer die Biografie "Merz" der Journalistin Mariam Lau liest, wird feststellen, dass auch das Bild des spießigen Reaktionärs, das oft von ihm gezeichnet wird, nicht zutrifft. Der SZ jedenfalls eröffnet Lau hier auch eine ganz neue Seite des Politikers, der durchaus in der Lage sei, Fehler einzugestehen. Gleichzeitig spare Lau aber auch nicht an Kritik, zum Beispiel an der Migrationspolitik.