Rezensentin Andrea Gerk lässt sich von Katrin Seyferts "Lückenleben" mit "all den existenziellen Fragen" konfrontieren und so nachhaltig nachdenklich stimmen. Was bedeutet Würde? Wie gehen wir mit Krankheit, Tod und Verlust um? Und vor allem: wie gehen wir mit den konventionellen Vorstellungen davon um, wie man mit Krankheit, Tod und Verlust umzugehen hat? Solche Fragen etwa sind es, die die Autorin beschäftigt haben und immer noch beschäftigen, seitdem ihr Mann, gerade fünfzigjährig, und mit drei Kindern seine Diagnose bekam: Alzheimer. Fünf Jahre später verstarb er. Wie sie und ihre Kinder diese Zeit erlebten, davon erzählt sie laut Gerk intelligent, eindringlich, mit sehr viel Feingefühl und Verweisen auf weiterführende Literatur. Dabei gehe es ihr nicht so sehr um die konkrete Krankheit oder den Umgang damit, sondern um die Reflexion. Und die ist nicht nur berührend, sondern in ihrer Allgemeingültigkeit auch ein intellektueller Gewinn für die Leserschaft, so die Rezensentin.