Gerne folgt Rezensent Ulrich Rüdenauer Werner Herzog auf seiner Suche nach der Wahrheit: Der Filmemacher hat ein Buch veröffentlicht, in dem er sich der Frage widmet, was Wahrheit ist, was Erfindung, und wie man das voneinander abgrenzen kann. Gerade jetzt, in Zeiten von KI und Fake News, war diese Thematik für Herzog dringlicher als je zuvor, erfahren wir von Rüdenauer. In einem der Beispiele, die Herzog anbringt, geht es um das Zitat: "Manchmal träumt der Krieg von sich selbst", das er selbst Carl von Clausewitz zugeschrieben hatte, dann aber irgendwann feststellt, dass er es wohl selbst erfunden hatte. Das, was man für Wahrheit hält, kann also auch Erfindung sein, lernt der Kritiker. Wahrheit als "Bemühung, sich ihr anzunähern", das ist das, was Herzogs Buch ihm auf originelle Weise vermittelt.