Ein starkes, vielleicht gar das bislang stärkste Buch über Friedrich Merz legt Mariam Lau hier laut Rezensent Florian Keisinger vor. Die Journalistin der Zeit schreibt essayistisch und mosaikhaft, gerade das gefällt Keisinger, das Buch komme Merz erstaunlich nahe. Lau zeichnet laut Keisinger das Bild eines Politikers, der keineswegs der eindimensionale Reaktionär sei, als der er oft beschrieben wieder, vielmehr sei Merz durchaus in der Lage, seine eigenen Auffassungen zu revidieren, auch seine Haltung zu Frauenfragen, die recht komplex sei. Lau hofft auch, dass Merz die politische Mitte wieder stabilisieren kann. Mit Kritik spart sie dennoch nicht, so der Kritiker: Merz' Verhalten in der Migrationsdebatte vor der Wahl hält sie für einen schweren Fehler, außerdem nehme er Kritik oft zu persönlich. Aber dass Merz Fehler korrigieren und umdenken kann, rechnet Lau ihm wiederum an, erzählt der Kritiker, der selbst dazu keine Meinung zu haben scheint.