Ein wichtiges Zwischenglied im intellektuellen Schaffen Michel Foucaults macht diese posthume Veröffentlichung zugänglich, freut sich Rezensent Martin Saar. Der französische Philosophie hatte die Schrift ursprünglich 1966 verfasst, aber nicht der Öffentlichkeit zugemacht, erfahren wir. Der Text beschäftigt sich laut Saar mit der Frage, wie sich die Philosophie, von der Foucault zufolge erst seit dem 17. Jahrhundert im modernen Begriffsgebrauch die Rede sein kann, seit der Zeit Nietzsches verändert. Und zwar wird ihr Anspruch, Wege zu gesichertem Wissen zu weisen, inzwischen in Frage gestellt, nicht nur von der Philosophie, sondern etwa auch von der Linguistik, liest Saar. Das verweist zwar auf Foucaults eigene Schreibposition Mitte der 1960er, erkennt Saar, der gleichwohl anmerkt, dass die Hauptthese vielleicht nicht gar so interessant ist. Relevanter findet der Rezensent Passagen, die sich dem Verhältnis von Philosophie und ihrer jeweiligen Gegenwart, oder auch das "Diskurs-Archivs" (Zitat Foucault), also der Verfügbarkeit vergangenen Wissens widmen. Insgesamt jedenfalls ein zwar etwas spröde gehaltener, aber durchaus auch heute noch relevanter Text, schließt Saar.