Rezensentin Melanie Mühl zeigt sich beeindruckt von der soghaften Kraft, mit der Katharina Köller die Geschichte zweier ungleicher Cousinen erzählt: Marie wohnt in der Stadt und hat sich mit ihrem Mann gestritten. Sie flieht auf die Alm, auf der nach glücklichen Kindheitserinnerungen nun ihre Cousine Johanna fast eremitenartig lebt. Die romantischen Dorfideale, die sich so eine Städterin normalerweise ausmalt, kommen gar nicht erst vor, lobt Mühl, Marie lernt die Einsamkeit und die körperliche Geschundenheit kennen. Dass die Annäherung der beiden Frauen unsentimental, voller Verletzungen und ganz echt erzählt wird, findet ebenfalls den Beifall der Kritikerin. Wie Unheimliches und Mysteriöses auch mit überwältigenden Naturschilderungen verknüpft wird, erinnert sie ein wenig an Marlen Haushofer.