Rezensentin Marie Schmidt empfiehlt, Joanna Bators epischen Roman nicht nur zu lesen, sondern auch zu riechen. Sinneswahrnehmungen und auch Körperlichkeit spielen eine zentrale Rolle in dieser Familiengeschichte, die vier Generationen von Frauen ins Zentrum stellt, erfahren wir. Berta, Barbara, Violetta und Kalina heißen sie, führt Schmidt aus: Urgroßmutter, Großmutter, Mutter und Tochter, letztere ist auch die Erzählerin. Schauplatz ist das polnische Wałbrzych, die Handlung setzt in den 1930er Jahren ein und ist auch von historischen Zäsuren geprägt. Es geht laut Rezension um sich wiederholendes Leid, Männer tauchen meist nur kurz auf, was dagegen bleibt, sind die Frauen und ihr mit viel Gespür für sinnliche Details beschriebener Alltag. Schmidt vergleicht den Roman mit Gabriel García Márquez' "Hundert Jahre Einsamkeit", legt aber Wert darauf, dass es sich bei Bators Buch um eine dezidiert weibliche Geschichte handelt. Kein Buch, das sich schnell weg liest, aber eines, das lange nachwirkt, auch aufgrund Lisa Palmes' sehr guter Übersetzung, so das Fazit.