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Neue Taschenbücher im Mai 2026 Mit Empfehlungen zu Samantha Harvey, Gabriele Tergit, David Wagner und anderen
Der Taschenbücherbrief im Mai ist da! Man möchte sie am liebsten persönlich kennenlernen, die armenische Unternehmerstochter Verkin, aus deren filmreifem Leben David Wagner erzählt: Von der Istanbuler Haute Volée folgen wir ihr zu den Studentenunruhen in Paris, erfahren von einem Dutzend Ehemänner, oder lesen von ihrem Arbeit in der AKP, bei gleichzeitiger Unterstützung der Armenier. Wagners stärkstes Buch, meint die Zeit. Ein Roman, der auch mit den Spielarten der Autofiktionalität zeigt, was Literatur heute kann, lobt die taz. Und selbst die Nebenfiguren gehören "zum Schönsten", was man in letzter Zeit gelesen hat, findet die FAZ. Zu wenig von der deutschen Kritik beachtet wurde Eric Chacours Roman "Was ich von dir weiß" , der in Frankreich zum Bestseller avancierte. Den in Briefform verfassten Roman, in dem ein junger Mann die Geschichte seines unbekannten Vaters rekonstruiert, der als Homosexueller im Kairo der Sechziger untertauchen musste, empfiehlt der Dlf Kultur als fesselndes,"subtiles und beeindruckend dichtes" Buch über Lügen, Verletzungen und Schweigen in einer eigentlich liberalen und kosmopolitischen Familie. So hymnisch wie Monika Zeiners großer Generationenroman "Villa Sternbald oder Die Unschärfe der Jahre", der über 125 Jahre das Schicksal der Schulmöbelfabrikanten-Dynastie Finck erzählt, werden Romane selten besprochen: Einen großen "Epochenroman", der sich mit eigenem Ton und "satirischer Verve" von den Buddenbrooks freischwimmt, empfiehlt die taz. So spannend, lässig, fein und witzig ist deutsche Gegenwartsliteratur selten, meint die Welt, die auch Vergleiche mit Proust und Sebald nicht scheut. Sehr zu empfehlen sind auch die Reportagen, die Gabriele Tergit während ihres fünfjährigen Exils in Palästina verfasste: Die jüdische Gerichtsreporterin, die 1933 aus Deutschland floh, zeigt das Palästina der Dreißiger, erzählt vom Verhältnis zwischen Zionisten und Exilanten aus Deutschland oder bewundert die avantgardistische Architektur. Wie mit Witz beschriebene "Besuche bei Bekannten" erscheinen der SZ die Texte und für die FR sind die in den Zwanzigern entstandenen Palästina-Fotografien von Abraham Pisarek ein zusätzlicher Gewinn.