Insgesamt vier Bücher über 1968, das Jahr der Revolte, lagen Rezensentin Franziska Augstein vor, richtig schlecht findet sie nur eins und bleibt in ihrer Besprechung ausgerechnet bei diesem. Götz Alys "Unser Kampf" findet sie alles zugleich: albern, degoutant und unverständlich. Keine von Alys Behauptungen möchte sie gelten lassen: Aly wirft den 68ern vor, sich weder für die Niederschlagung des Prager Frühlings interessiert zu haben noch für die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Reformen hätten nicht sie in Gang gesetzt, sondern die sozialliberale Koalition. Diese bescheidet sie alle kurz und bündig als falsch. Absolut nicht verstehen kann Augstein, worauf Götz Aly mit seiner "bizarren Suggestion" von der "formalen Ähnlichkeit" zwischen 68er und Nazis hinauswill. Waren die Studenten so schlimm? Oder die Nazis vielleicht doch auch nur eine Jugendbewegung? Nein, nein, dies und einiges andere ist für die Rezensentin "Quark". Alys Buch eine "Hasstirade", die, wie sie unterstellt, seinem Leiden entsprungen sei, kein Ordinarius geworden zu sein.