Rezensent Albrecht Buschmann ist glücklich, dass dank Dagmar Ploetz nun endlich eine neue Übersetzung von Gabriel Garcia Marquez' Roman "Hundert Jahre Einsamkeit" vorliegt, die der "schillernden Seele" des Werkes gerecht wird. Denn wo Curt Meyer-Clason, der 1970 die erste Übersetzung besorgte, noch vor der Aufgabe stand, dem deutschen Publikum Marquez und die lateinamerikanische Literatur überhaupt erst nahe zu bringen, kann die erfahrene Marqez-Übersetzerin Ploetz heute auf zahlreiche Studien zurückgreifen, die Satzbau, Leitmotive und literarische Verweise des inzwischen zum Klassiker gereiften Werkes erklären, informiert der Kritiker. Und so bewundert Buschmann in seiner minutiösen Analyse der Übersetzung nicht nur Ploetz' präzises Gespür für die Betonungen des spanischen Textes, sondern lobt auch ihr Vermögen die "sachlich-beschreibenden" Passagen originalgetreu wiederzugeben: Anders als bei Meyer-Clason, der stark zum Erklären und Interpretieren neigte, entfaltet sich erst in dieser Version die ganze Wirkung von Marquez' kontrastreicher Sprache, schwärmt der Rezensent.