Rezensentin Nora Zukker trifft sich mit dem erst 22-jährigen Nelio Biedermann, um über seinen bereits zweiten Roman zu sprechen, eine Geschichte, die er der seiner Familie entlehnt hat: Das Buch beginnt 1920 mit dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie und geht rund fünfzig Jahre. Auch der ungarische Volksaufstand kommt vor, in dessen Folge Biedermanns Familie in die Schweiz geflohen ist, so Zukker. Sie liest eine Geschichte, die "episch, tragisch und traumatisch" ist, manchmal zu kräftige Bilder zeichnet, aber absolut zum Pageturner taugt und auch von der ungarischen Beteiligung am Holocaust handelt: Was aber, wie Biedermann versichert, dazuerfunden ist. Besonders im Fokus steht Lajos von Lázár, der fast märchenhaft durch seine Geschichte läuft, Vergleiche zu Thomas Mann und Joseph Roth liegen für die Kritikerin nahe, die jedenfalls große Freude am selbstbewussten Erzählen des Autors hat und sich schon auf sein nächstes Buch freut.