Als "glänzende Analyse" bezeichnet Rezensent Eckart Conze diese Studie von Stephan Malinowski. Sie sei die "bislang umfassendste Untersuchung des Verhältnisses von Adel und Nationalsozialismus", betonte er. Der Autor setze sich in seinen Ausführungen vorwiegend mit der Gruppe des Kleinadels und des Adelsproletariats auseinander, die er klar als "eindeutige Verlierer von Modernisierungsprozessen des 19. Jahrhunderts" entblöße. Er schaffe es, glaubhaft seine These zu vertreten, dass der Adel nicht prinzipiell als die "manipulationsmächtige Kraft" zu sehen ist, die letztendlich den Vorstoß der Nazis ermöglichte, bemerkt der Rezensent. Ganz im Gegenteil, sie hätten "keine treibende, sondern eine getriebene Kraft" in den Zeiten "soziopolitischer Radikalisierung" dargestellt. Die tiefe Abneigung gegen das Bürgertum wäre der wahre Grund für den scharfen "adeligen Antisemitismus" gewesen. Dieser machte die adeligen Verlierer - vor allem im ostelbischen Junkertum - "vielfach anschlussfähig" an all die "völkischen Gruppierungen", wie Conze ausführt, die damals wie "Pilze aus dem Boden schossen".