"Weiter in die amerikanische Historie" ist Toni Morrison bislang noch nicht vorgedrungen, stellt Verena Auffermann in ihrer Kritik des jüngsten Romans der Literaturnobelpreisträgerin von 1993 fest. Auf ihren gegen Ende des 17. Jahrhunderts spielenden Stoff hat sich die Autorin fünf Jahre vorbereitet, weiß die Rezensentin, die sich am überausgewogenen Personal mit Figuren aus allen "Schichten und Hautfarben und "etwas viel Schablone" stört. Aber Morrison, die von Auffermann als Moralinstanz Amerikas apostrophiert wird, hat ja auch ein "ehrenwertes" Anliegen, so die Rezensentin. Der Roman will einmal mehr die Untaten der Vergangenheit herausstellen, allerdings ohne "penetrant" anzuklagen oder den Lesern alles vorzukauen, stellt die Rezensentin klar. Der Roman beginnt mit dem Bericht der schwarzen Sklavin Florence, der zunächst auf gut Faulkner'sche Weise im Dunkeln lässt, was dann im restlichen Roman in der Rückschau aufgerollt wird. Es ist eine Geschichte um Schulden, die mit einem schwarzen Sklavenmädchen abgegolten werden, es geht um Bigotterie, Ausbeutung und Rassismus, fasst Auffermann zusammen, deren Lob verhalten klingt, die sich aber dennoch vor Morrisons moralischer Autorität zu verbeugen scheint.