Rezensentin Katharina Herrmann gefallen der lakonische Ton und der Verzicht auf jede Sozialromantik in Cho Nam-Joos Roman über eine junge Frau aus armen Verhältnisse im Seoul des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Auch wenn nichts Spektakuläres geschieht im Leben der Protagonistin, wenn ihr Rückblick auf Kindheit und Jugend eher von Verzicht und Enttäuschung geprägt scheint, findet Herrmann dieses "gewöhnliche Leben" in prekären Verhältnissen interessant. Das liegt für die Rezensentin nicht zuletzt daran, dass die Autorin an ihrer Figur exemplarisch zeigt, welchen Einfluss Tradition und soziale Unterschiede auf den Lebensweg des Einzelnen haben.