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Neue Taschenbücher im November Mit Empfehlungen zu Tess Gunty, Angela Steidele, Gabriele Tergit und anderen
Lang ersehnt: Unsere Rubrik "Jetzt im Taschenbuch". Monatlich suchen wir nach viel besprochenen Büchern, die endlich im Taschenbuch erscheinen. Und auch der November hat viel zu bieten: Da ist zum Beispiel Tess Gunty mit ihrem Roman "Kaninchenstall", der so wuchtig und farbreich, zugleich flirrend und genresprengend vom Leben ziemlich skurriler Figuren in einer fiktiven Stadt im Rust Belt erzählt, dass es nicht wundert, dass dieses Debüt gleich mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde. "Prosa mit ADHS" im besten Sinne empfahl uns die "Zeit", die die amerikanische Autorin ziemlich nahe an Foster Wallace sieht. Und "Perlentaucherin" Angela Schader urteilte in ihrem Vorwort: "Mit wenigen Sätzen oder auch nur einer eigenwilligen Wortkombination pflanzt sie Charakterisierungen in den Text, die pfeilscharf den Kern der Sache treffen." Ins Leipzig des 18. Jahrhunderts entführte uns Angela Steidele vor zwei Jahren mit ihrem Roman "Aufklärung", der uns von Luise Gottsched und Dorothea Bach erzählt, die beide im Schatten ihrer berühmten männlichen Verwandten stehen: Ein "heiteres, verspieltes und farbenfrohes Sittengemälde" legte uns Martin Oehlen in der "FR" ans Herz - und die "FAZ" wusste schon damals nach Begegnung mit diesen fabulierlustigen, starken Frauen: Das ist das perfekte Weihnachtsgeschenk. Eine wunderbar zynische Satire über das nicht besonders gründlich entnazifierte Nachkriegsdeutschland in Jahren 1948/49 durften wir mit Gabriele Tergits Roman "Der erste Zug nach Berlin" wiederentdecken: Ein an Beckett erinnerndes Werk, das der Wahrheit näher kommt als jede geschliffene Prosa, las der "DLF" - und die "SZ" urteilte nach diesem klugen, zischenden und eleganten Buch: Das ist "Orwell mit Humor". Unter den Sachbüchern sticht besonders Sabine Hossenfelders "Mehr als nur Atome" hervor, ließ sie die "SZ" doch mit ihrer lebendigen Herangehensweise an die Physik gleich den Sinn des Lebens besser verstehen. Spaß und die Erkenntnis, Erkenntnis, dass viele Mutmaßungen über den Ursprung der Welt unwissenschaftlich seien, verdankte die "FAZ" dem Buch.