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Neue Taschenbücher im November 2025 Mit Empfehlungen zu Andrew O'Hagan, Miranda July, Mustafa Suleyman und vielen anderen

Gibt es einen Monat, der sich besser zum Lesen eignet als der November? Unser neuer Taschenbücherbrief bietet in jedem Fall genug Stoff: Als perfekter Schmöker eignet sich Andrew O'Hagans "Caledonian Road", der auf knapp 800 Seiten ein Panorama der britischen Upper Class zeichnet: Im Jahr 2021, das Land ist von Covid und Brexit gebeutelt, führt uns der schottische Autor in einen Sumpf aus Verbrechen, Geheimnissen und Skandalen - und zwar mit üppigem Personenregister und im Stil eines Gesellschaftsromans des 19. Jahrhunderts. Herrlich böse, unterhaltsam und anspruchsvoll, finden die Kritiker in Dlf, FAZ, Welt und FR. Restlos begeistert waren die KritikerInnen auch von Miranda Julys Roman "Auf allen Vieren", in dem uns die amerikanische Multimedia-Künstlerin herrlich skurril von einer Mittvierzigerin erzählt, die sich mit Einsetzen der Wechseljahre auf Selbstfindungstrip begibt: Sie lässt Mann und Kind für eine Weile zurück, mietet sich in ein Motel ein und verfällt einem jüngeren Mann. Der Dlf Kultur amüsiert sich so prächtig mit Julys Pointenfeuerwerk, dass er hier gleich ein neues "Kultbuch" sieht. Die Welt erkennt nach der Lektüre erst, was ihr vorher fehlte - und der WDR 5 liest "eine Art Manifest und Feier weiblicher bzw. menschlicher Lust in jedweder Form". Nicht amüsant, dafür rasant und feinfühlend erzählt uns Domenico Müllensiefen in "Schnall dihc an, es geht los" vom Erwachsenwerden zwischen Fußball, Enttäuschungen und Rechtsextremen in der ostdeutschen Provinz Anfang der Nullerjahre erzählt. Müllensiefen erzählt so präzise und schnell, dass der Roman trotz aller Trostlosigkeit nie deprimierend ist, findet die FR - und die taz lobt Spannung und filmische Dialoge. Mustafa Suleymans "The Coming Wave" über die Gefahren Künstlicher Intelligenz hat in den knapp zwei Jahren seit seinem Erscheinen nichts an Aktualität eingebüßt. Eine der Thesen von Suleyman lautet etwa, dass künstliche Intelligenz liberale Demokratien aushöhlen und Diktaturen technisieren kann. Aber dieses kenntnisreiche Buch formuliert auch Lösungsansätze, versichert die FAZ. Und die FR beschließt nach der packenden Lektüre künftig wachsamer zu sein.