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Neue Taschenbücher im März 2025 Mit Empfehlungen zu Tijan Sila, Wolf Haas, Regina Scheerer und vielen anderen
Unser 25-jähriges Jubiläum liegt hinter uns, die Leipziger Buchmesse vor uns - aber Platz für gute Taschenbücher ist immer: Wolf Haas ist aktuell mit "Wackelkontakt" für den Leipziger Buchpreis nominiert, aber schon seine vor anderthalb Jahren erschienene Muttergeschichte "Eigentum" wurde von den KritikerInnen gefeiert: Wenn der Kultkrimi-Autor hier das Sterben seiner 95-jährigen Mutter begleitet, ihre Lebensgeschichte mit Zeitgeschichte verzahnt und dabei über Sprache und Poetik nachdenkt, hat die FAS selten eine literarisch virtuosere, bewegendere und zugleich humorvollere Mutterwürdigung gelesen. Auch die FR erliegt dem besonderen Tonfall "zwischen Dur und Moll" und der "fantasievollen Ausschmückung", mit der Haas Totengespräche führt und seine poetischen Scherze treibt. Ein Erinnerungsbuch der besonderen Art schenkte uns im Jahr 2023 auch Uwe Timm, der in "Alle meine Geister" erzählt, wie er in den 1950er Jahren das Handwerk des Kürschners erlernte. Die taz lernt hier, wie das Pelzhandwerk auch Timms spätere literarische Arbeiten, die ebenso Präzision und kunstvolle Arrangements erfordern, prägte. Die FAZ entdeckt in diesem "fabelhaften" Buch den "Mikrokosmos der Nachkriegsgesellschaft" in der Kürschner-Werkstatt und der Dlf bewundert, wie der Autor immer wieder literarische Verweise einwebt. Wer im Jahr 2020 keinen Platz fand für Paul McCartneys massiven Coffeetable-Band "Lyrics", dem kann nun abgeholfen werden. In der handlichen und günstigen Ausgabe lässt sich nun in dieser 912-seitigen "Schatztruhe für Beatles-Fans" stöbern, wie die NZZ schreibt. Neben den Lyrics und zahlreichen Fotos sind hier nicht nur Essays des Dichters Paul Muldoon zu entdecken, sondern auch eine Überfülle an Anekdoten: Überwältigend unterhaltsam, meinte der Dlf. Für die Biografie "Bittere Brunnen" über ihre Tante Hertha Gordon-Walcher erhielt Regina Scheer 2023 den Preis der Leipziger Buchmesse - völlig zurecht, fanden die KritikerInnen: Denn die Tante, überzeugte Sozialistin, Vertraute von Clara Zetkin und Rosa Luxemburg, verbat sich Aufzeichnungen der vielen persönlichen Gespräche, die sie mit Scheer führte. Erst dreißig Jahre später wertete die Autorin ihre Erinnerungen aus, wir haben es also mit einer sehr persönlichen, intensiven, dennoch detailreichen "Oral History" zu tun, lobt die SZ. Einen wahrhaften historischen Pageturner, der ganz auf "nostalgische Revolutionsromantik" verzichtet, empfiehlt die FAZ. Dies alles und mehr in unserer neusten Taschenbuchliste.