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Neue Taschenbücher im Januar 2025 Mit Empfehlungen zu Angelika Klüssendorf, Mathias Enard und Martin Schulze Wessel

Die Januar-Taschenbücher können sich sehen lassen: Etwa mit Angelika Klüssendorfs Roman "Risse", der 2023 für den Deutschen Buchpreis nominiert war und so kraftvoll wie verstörend von der Armut und traumatischen Kindheit eines Mädchens in der DDR erzählt. Eine "große Selbstermächtigungs-Erzählung" legte uns die FAZ ans Herz und die SZ jubelte: Eines der besten Werk deutscher Literatur der letzten Zeit. Fast ein wenig unter ging der lesenswerte Roman "Der Fischer und der Sohn" des türkischen Schriftstellers Zülfü Livaneli. Wir begleiten den Fischer Mustafa, der im Meer nicht nur auf der Flucht ertrunkene Flüchtlinge findet, sondern auch ein Baby, das er mit seiner Frau heimlich aufziehen möchte - bis die afghanische Mutter des Kindes auftaucht. Bald wird Mustafa inhaftiert, im Gefängnis lernt er einen Schlepper kennen, der ihm Einblicke in seine Geschäftspolitik gibt. Eine große Geschichte über Menschlichkeit, die auch Themen wie Abschiebung und Umweltzerstörung nicht ausspart, empfahl die SZ. Und der Dlf attestierte dem Roman Aktualität und Schnörkellosigkeit und seinem Autor "große Meisterschaft". Einen Perspektivwechsel der besonderen Art bescherte uns Mathias Enard in seinem Debütroman "Der perfekte Schuss", der im Frühjahr 2023 auf Deutsch erschien: In einem nicht näher benannten Kriegsgebiet folgen wir einem Scharfschützen, der mitleidlos und lustvoll alles erschießt, was ihm vors Visier gerät. Die Beziehung zu der jungen Myrna, die seine an Demenz erkrankte Mutter pflegt, kontrastiert das Geschehen. Die FAZ begeisterte der Roman mit der Knappheit der Formulierungen, so präzise wie die Schüsse und genauso unversöhnlich und hart, ein "erschütterndes Dokument der Entmenschlichung" las der Dlf. Die NZZ lernte auf dieser "literarischen Höllenfahrt" viel über die Schrecken des Krieges. Unter den Sachbüchern ist vor allem Martin Schulze Wessels"Der Fluch des Imperiums" zu empfehlen, das leider auch im Jahr 2025 nichts an Aktualität eingebüßt hat: Während Putins Geschichtsverfälschung immer neue Blüten treibt, verfasst der Osteuropa-Historiker eine Gegendarstellung, in der er auf das historische Verhältnis Russlands zu Polen und der Ukraine blickt. Als Auftakt einer ersehnten "Zeitenwende" in der deutschen Historiografie, als "meisterhaftes Musterbeispiel" gar preist die SZ das Buch, das klug und neu auf die russische Geschichte als von Obsessionen geprägte Imperialgeschichte schaut. Die FAZ bewundert, wie Schulze Wessel in dieser "Diplomatie-, Ideen- und Kulturgeschichte" zeigt, wie die historischen Verhältnisse bis heute nachwirken, auch in der gescheiterten Russlandpolitik Deutschlands.