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Neue Taschenbücher im Februar 2025 Mit Empfehlungen zu Moshe Zimmermann, Philipp Oehmke, Anne Serre und vielen anderen
Der Taschenbücher-Februar bietet allerhand Stoff für Lesestunden unter der warmen Decke: Anne Serres sinnlichen Roman "Die Gouvernanten" etwa, der uns in einen hinter hohen Bäumen versteckten Garten entführt, in dem ihre drei Heldinnen melancholisch in den Tag leben, lustwandeln und jeden schönen Mann verführen, der in ihre Nähe kommt. Die SZ jubelte über diese "veritable Entdeckung" aus Frankreich, geprägt von Leichtigkeit, Schwung und ausgelassener Freude an der Erotik. Die Zeit musste das Buch ob seiner verwunschen-romantischen Stimmung gleich mehrfach lesen. Tief in die Abgründe der späten Kolonialgeschichte Afrikas lässt uns der tansanische Literaturnobelpreisträger Abdulrazak Gurnah blicken: In seinem Roman "Nachleben" erzählt er von Ilyas und Hamza, beide junge Tansanier, die sich den deutschen Truppen anschließen (der eine aus Zwang, der andere freiwillig), um im Ersten Weltkrieg für das Kaiserreich zu kämpfen. "Überwältigende Kraft" attestierte die taz Gurnahs Prosa, die die Gräuel der deutschen Kolonialherrschaft in Afrika verarbeitet, ohne sich auf einfachen Antworten auszuruhen und auch Dlf Kultur feierte Gurnah als einen "Meister der Zwischentöne". Düster aber hochspannend geht es zu in Danya Kukafkas Roman "Notizen einer Hinrichtung", in dem sie die Geschichte des zum Tode verurteilten Frauenmörders Ansel Packer erzählt. Die erzählerischen Konventionen des klassischen Serienmörderromans stellt Kukafka einmal komplett auf den Kopf, oder eben vom Kopf auf die Füße, jubelte Dlf, indem sie weniger auf die Taten selbst fokussiert, sondern auf die Umstände, die zu ihnen führten. Auch die FR verfolgte gebannt die Gedanken, die den Mörder in seinen letzten Stunden im Todestrakt umtreiben, seine letzten zerschlagenen Fluchtfantasien, seinen Glauben an ein Multiverse, in dem er andere Entscheidungen trifft - ein subtiles Plädoyer gegen die Todesstrafe, ohne jeden Voyeurismus oder moralischen Zeigefinger. Unter den Sachbüchern ist unter anderem "Niemals Frieden?" des israelischen Historikers Moshe Zimmermann hervorzuheben, der einerseits ein schonungslos-düsteres Bild der aktuellen Situation in Nahost zeichnet, andererseits aber auch den Weg zu einer möglichen Lösung weist. Als "scharfe Analyse" und "alarmierende Bestandaufnahme" empfiehlt der Dlf das Buch, in dem Zimmermann Positionen, die Israel mit Blick durch die Brille des Postkolonialismus verurteilen wollen, eine klare Absage erteilt, gleichzeitig aber auch scharfe Kritik an der israelischen Regierung übt. Die FR legte das Buch allen ans Herz, die sich differenziert mit der Geschichte Israels und dem Nahostkonflikts auseinandersetzen wollen.