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Neue Taschenbücher im April 2025 Mit Empfehlungen zu Bora Chung, Zadie Smith, Paul Auster und vielen anderen

Und hier kommen die Highlights aus dem Taschenbücher-April: In große Fußstapfen trat Timon Karl Kaleyta letztes Jahr mit seinem Roman "Heilung", als er seinen Helden in der Blüte der Mid-Life-Crisis in ein nobles Sanatorium in den Bergen schickte und damit, natürlich, auf Thomas Manns "Zauberberg" anspielte. Gewagt - aber gekonnt, fanden die Kritiker: Die Zeit war restlos begeistert davon, wie es Kaleyta gelang, eine Suche nach Sinn und Glück mit Lust an der Groteske eskalieren zu lassen: Geheimnisvolle Knechte und verführerische Frauen tauchen auf, Bären werden erschossen, die zivilisatorische Firniss erweist sich als brüchig. Die SZ entdeckte hier außerdem jede kluge Menge Spitzen gegen die Achtsamkeitshysterie und die taz freute sich über einen spannenden Mix aus Fantasie, Unsinn und Action. Zwielichtige Gestalten treiben auch in "Betrug" von Zadie Smith ihr Unwesen: Die britische Schriftstellerin entführt uns ins viktorianische England, wo sich ein raffinierter Hochstapler als Abkömmling einer Adelsfamilie ausgibt. Im besten Sinne überrumpelt wurde die Welt von Smith' Erzählung über den historischen "Tichborne-Fall" von 1873, denn so humoristisch und leichtfüßig das Ganze in der ersten Hälfte daherkommt, so "genial-schockhaft" ist die postkoloniale Wende, wenn Smith anhand der Figur des ehemaligen jamaikanischen Sklaven Andrew Bogle die bittere Realität von Zwangsarbeit und Ausbeutung verhandelt. Sehr angetan war auch die NZZ von dieser Aufarbeitung der britischen Kolonialgeschichte, in der auch Schriftsteller wie William Ainsworth und Charles Dickens Auftritte haben. Eine sehr persönliche und melancholische Erzählung legte indes Paul Auster mit seinem Roman "Baumgartner" vor, in dem ein emeritierter Phänomenologe den Tod seiner Frau verarbeiten muss. Dlf Kultur war sehr bewegt davon, wie Auster hier "zutiefst menschliche Regungen" aufs Papier bannt und dabei eine besondere Realitätsnähe auch dadurch erzeugt, dass existierende Personen wie Austers Frau Siri Hustvedt oder seine Ex-Frau Lydia Davis Patinnen stehen. Anspruchsvoll und "ergreifend leichthändig" nannte die FR das Werk, dessen melancholisches Ende sie außerdem überzeugte. Unter den Sachbüchern ist besonders das Werk der Biologin Robin Wall Kimmerer zu empfehlen, die uns in "Das Sammeln von Moos" das geheimnisvolle Universum der Moose erschließt. Die FAZ freute sich über eine charmante Verquickung von "Wissenschaft und ökologischer Poesie". Der Dlf Kultur war ganz entzückt von den "weichen kleinen Herrschern" des Waldes und lernte, dass Moose bis zu vierzig Jahre schlafen können, dass sie einst als Babywindeln verwendet wurden und dass Ötzi Moos als Schuheinlagen trug.