Skandalbücher Bücher, die die Welt aufregen
24. Juli 2025. Manche Werke, die die Literaturwelt in helle Aufregung versetzten, kann man immer noch nicht lesen: Maxim Billers "Esra", das 2003 erschien, ist und bleibt verboten (Ausgaben werden auf Ebay für dreihundert Euro gehandelt). Aber viele der einstigen Skandalbücher sind heute natürlich einfach große Klassiker, wie Vladimir Nabokovs Lolita. Einer der neueren Skandale drehte sich um Jeanine Cummins "American Dirt", ein Flüchtlingsroman über die mexikanisch-amerikanische Grenze, in dem die Mexikanerin Lydia vor dem Drogenkrieg in die USA flieht: Kurz nach der Veröffentlichung des gefeierten Romans brach Empörung aus: Darf eine weiße US-Amerikanerin über ein mexikanisches Schicksal schreiben? Das französische Schreckgespenst Michel Houellebecq ist mit "Elementarteilchen" und "Unterwerfung", seiner Dystopie über eine islamistische Diktatur in Frankreich, gleich zweimal auf unserer Liste vertreten. Ein wichtiges Tabu-Thema griff die israelische Soziologin Orna Donath in ihrem Buch "Regretting Motherhood" auf: Was ist, wenn Mütter es bereuen, Kinder bekommen zu haben? Die deutschen Leser brachte Charlotte Roche im Jahr 2008 zu Empörungsrufen, Begeisterungsstürmen und Ekelanfällen: Ihr Buch "Feuchtgebiete", das kein noch so intimes Detail der Sexualität seiner Heldin auslässt, stand wochenlang auf den Bestsellerlisten.