Karner, Christine. "Dies mein zweites Leben soll nicht gemordet werden" - Elise Richter und ihre Tagebücher. Eine Biografie. Loecker Erhard Verlag, 2025.

Christine Karner

"Dies mein zweites Leben soll nicht gemordet werden"

Elise Richter und ihre Tagebücher. Eine Biografie
  • Loecker Erhard Verlag
  • 2025
  • Taschenbuch
  • 316 Seiten
  • ISBN 9783990982051
Herausgeber: Christa Hämmerle

Elise Richter (1865–1943) war gemessen an den gesellschaftlichen Standards und der Geschlechterordnung ihrer Zeit eine außergewöhnliche Frau. Sie wurde nicht nur zu einer Pionierin des ab 1897 schrittweise zugelassenen Frauenstudiums an der Universität Wien, sondern auch die erste habilitierte Wissenschaftlerin im deutschsprachigen Raum (1905/07) und eine weit über die Grenzen Österreichs hinaus anerkannte Romanistin. Im „Dritten Reich“ galt sie als „Rassejüdin“; sie wurde entrechtet und schließlich mit ihrer Schwester Helene Richter im Oktober 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie elendiglich umkam.

In all diesen Jahren hat Elise Richter Tagebuch geführt und da­­­mit ein besonders reichhaltiges Quellenkorpus hinterlassen, das nun erstmals umfassend ausgewertet wurde: Welche Ereignisse, Sichtweisen

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und Deutungen werden in diesen Aufzeichnungen erwähnt und reflektiert? Was schrieb Elise Richter darin über Freundinnen, Wegstreiterinnen, Kolleg*innen …, was über ihren mit vielen Hindernissen belegten Werdegang als Wissenschaftlerin? Und welche widersprüchlichen oder ambivalenten Positionierungen fallen dabei besonders auf, welche (inneren) Kämpfe und Konflikte werden manifest?

Das sind einige der Fragen, die in Christine Karners Biografie von Elise Richter behandelt werden. Sie führt von der Herkunft der jüdischen Familien Richter und Lackenbacher über die Kindheit von Helene und Elise bis zu deren Tod im Konzentrationslager Theresienstadt – wobei stets die Tagebücher im Zentrum stehen, aus denen durchgehend und dicht zitiert wird. So werden bisherige Forschungen oder Lesarten zu Elise Richters Biografie erweitert und neue Blickweisen auf die so wichtige Pionierin an der Universität Wien zur Diskussion gestellt.

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