- Schlaufen Verlag
- 2025
- Taschenbuch
- 201 Seiten
- ISBN 9783987610080
Herausgeber: Gregor Schliep / Katherina Taymour
1992 werden in Rostock die massivsten rassistisch motivierten Angriffe in Nachkriegsdeutschland verübt. Unter dem Beifall tausender Anwohner wird eine Wohnunterkunft mit über einhundert Menschen angezündet. Das viertägige Pogrom wird live im Fernsehen übertragen. Die Feuerwehr wird nicht zum Brandort vorgelassen und die Polizei zieht sich zurück. Die Tötungsabsicht ist offenkundig, das Ausland entsetzt. Und nur wenige Jahre später hält Martin Walser in der Paulskirche eine vielbeachtete Rede, in der er die Rostocker Ereignisse unwidersprochen leugnen kann. Der jüdische Zentralratsvorsitzende Ignatz Bubis wird daraufhin Walsers Apologie des Wegsehens als 'geistige Brandstiftung' bezeichnen. Matthias N. Lorenz zeigt uns, was es zu bedenken gibt, wenn man wirklich hinsieht. Welche Verbindungslinien
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es zwischen 'geistiger Brandstiftung' und manifester Gewalt zu entdecken gibt, wenn man mehr zu sehen versucht als nur den hitlergrüßenden Alkoholiker; wenn man von den Massen auf der Straße, über den tief getroffenen Ignatz Bubis und politisch engagierte Gegenaktionen, hin zu den Menschen blickt, die unmittelbar von den Verbrechen rassistischer Gewalt betroffen sind.
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