Rezensent Christoph Haas stellt in der taz drei graphic novels vor, die das Genre des noir-Krimis aufgreifen: Veiko Tammjärvs "Hotel zum verunglückten Alpinisten", Jacques Tardis "Nestor Burma - Rififi in Menilmontant", den ersten Band der Reihe "Criminal" von Ed Brubaker und Sean Phillips. "Criminal" ist eine Reihe mit bisher 13 Bänden, von denen jeder drei "Story Arcs" enthält. Schauplatz ist eine heruntergekommene Bar in einer fiktiven Großstadt, in der sich die Schicksale verschiedener Menschen immer wieder kreuzen. Geld und Erotik scheinen Hauptmotive für das Treiben zu sein. Eine Erneuerung des Noir ist das nicht gerade, meint Haas, aber die Verzweigungen, die über die einzelnen Erzählungen hinausgehen, findet er meisterlich, die Zurückhaltung des Zeichners Sean Phillips wohltuend und die Farbgestaltung des Koloristen Val Staples kongenial.