Oliver Pfohlmann entdeckt mit der Neuausgabe von Hans Falladas Familienroman von 1938 das Original. Für ihn faszinierend und lehrreich zugleich, da Fallada als Volksschriftsteller sichtbar wird, aber auch als Opportunist, der sich dem Nazi-Regime andiente, indem er etwa am Schluss des Textes politische Einschätzungen äußert, die kompatibel waren mit der NS-Ideologie, wie Pfohlmann erläutert. Dass Falladas "sozialpsychologisches Panorama" der 1920er und 30er Jahre nun "unverfälscht" vorliegt, scheint dem Rezensenten jedenfalls ein Ereignis zu sein, auch wegen seiner "polyperspektivischen" Anlage.