Rezensentin Sara Maria Behbehani fühlt sich nicht allzu wohl in der unglücklichen Familienkonstellation, die Julie von Kessels Buch über weite Strecken ausbreitet. Die eigensinnig vor sich hin lebenden Familienmitglieder sind, zählt Behbehani auf, der demenzkranke Vater Hans, der als Psychiater arbeitende, Drogen nehmende Bruder Tom, sowie zwei Schwestern, Luka, eine quotengeile Kriegsreporterin und Elena, die an Brustkrebs erkrankt ist und ihren Freund betrügt. Der Roman ist aus diesen vier Perspektiven abwechselnd erzählt, erläutert Behbehani, die allerdings nicht den Eindruck hat, dass sich die vier schablonenartig gezeichneten Figuren allzu sehr voneinander unterscheiden. Alle sind selbstbezogen und wenig an Zusammenhalt interessiert, alle geraten in Probleme und am Ende löst sich trotzdem alles in Wohlgefallen auf. Das ist angesichts des Vorangegangenen wenig glaubwürdig, kritisiert die insgesamt ziemlich skeptische Rezensentin.