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Ulrich van Loyen / Anja Dreschke. Neapels Unterwelt - Über die Möglichkeit einer Stadt. Matthes & Seitz Berlin, 2018.

Ulrich von Loyen

Neapels Unterwelt

Über die Möglichkeit einer Stadt
  • Matthes und Seitz Berlin
  • 2018
  • Gebunden
  • 453 Seiten
  • ISBN 9783957574718
Mit Schwarzweißbildern im Textteil und 16 Seiten Bildteil in Farbe von Anja Dreschke. Neapel ist von der Entzauberung der Welt verschont geblieben, und doch ist es eine moderne Stadt. Schon geologisch doppelbödig, hat es eine Affinität zum Zwischenreich ausgebildet : Transgender und Geister, Adoptionsgemeinschaften als Familien, anonyme Totenschädel als Vorfahren. Ulrich van Loyen begibt sich mit seinem wissenschaftlichen Reisebuch in diese Schwellenzonen und versucht, anhand der Totenkulte die Matrix dieser Stadt zu entschlüsseln. Dabei leitet ihn weniger die europäische Hochkultur, für die Neapel eine dauernde Fremdheitsressource darstellt, als vielmehr die teilnehmende Beobachtung am Leben der sogenannten einfachen Leute. In den Gassen der Sanità, in den Unterkirchen
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der "Seelen im Fegefeuer", bei Camorristi, die sich als Sozialhelfer geben, durch die Freundschaft mit Seherinnen, die die Toten zum Sprechen bringen und damit den politischen Klientelismus stürzen wollen, wird unter anderem deutlich, dass der Alltag das größte aller Geheimnisse, die Familie ein Mysterium und die Stadt eine permanente Krise bedeuten.

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