Einen starken Comic legt Isabel Kreitz Rezensent Christian Gasser zufolge hier vor. Hauptfigur ist Heinz Hoffmann, ein fiktiver Schriftsteller, der teilweise, auch grafisch, Erich Kästner nachgebildet ist - wie Kästner wird Hoffmann nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 mit Berufsverbot belegt, bleibt aber in Deutschland und geht in die sogenannte "innere Emigration". Zwei Episoden dieses Lebens stehen im Comic laut Gasser im Zentrum, zunächst befinden wir uns am Anfang der Nazizeit, in der sich Hoffmann, stets dem Alkohol und auch Frauengeschichten zugetan, mit einer Assistentin in einen Kurort absetzt, um an einem Drehbuch zu arbeiten. Die zweite Episode spielt am Ende des Zweiten Weltkriegs, Gasser hat Geldsorgen und wird in die Arbeit an einem Propagandafilm hineingezogen, den Goebbels in Auftrag gegeben hat. Klug verhandelt Kreitz Themen wie den Widerstreit zwischen Gewissensbissen und faktischer Kollaboration, beschreibt der Rezensent, dem auch die dunkel eingefärbten Bleistiftzeichnungen gefallen, die die Veröffentlichung in visueller Hinsicht prägen. Besonders beeindruckt ist Gasser davon, dass die Geschichte allein über Dialoge statt über erklärende Texte vorangetrieben wird. In Zeiten eines grassierenden neuen Autoritarismus ist dieser Comic nicht zuletzt hoch aktuell, bekräftigt Gasser.