"Saftig, sinnlich" und dazu unprätentiös kommt das neue Werk von Nicolas Mathieu daher, freut sich Rezensent Tilman Krause. Keine stringente Erzählung legt der französische Autor hier vor, sondern eine lose Sammlung von "Denkbildern", Reflexionen und Episoden, in denen er das Verhältnis zu ihm nahestehenden Menschen verhandele: einer verflossenen Geliebten, dem kleinen Sohn und dem alten Vater. Am besten gefallen dem Kritiker die Passagen, in denen Mathieu die Liebe zu seinem Sohn ausdrückt: "Lass uns langsam leben, mein kleiner Kater, und deinen nächsten Geburtstag abwarten", zitiert Krause. Schön ist das, auch melancholisch und differenziert, findet der Kritiker, den das ganze an die Beschreibung eines "Blues" in der Mitte des Lebens erinnert, allerdings immer mit Blick auf das Positive, schließt Krause.