Marina Jarre gehört zu den vielen vergessenen Autoren und (vor allem) Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Nicht jeden dieser Verluste findet Rezensentin Susan Vahabzadeh so bedauerlich wie diesen. Ein Roman ist "Weit entfernte Väter" nicht wirklich, erklärt Vahabzadeh, eher eine "selektive Autobiografie", in der die aus Riga stammende, auf italienisch schreibende Autorin ihren Lebensweg schildert, durch mehrere Länder, Systeme und Sprachen. Sie beschreibt, wie sie die geworden ist, die sie war, ohne dabei viel von sich zu sprechen, so die Kritikerin. Viel mehr mache Jarre jene, die sie geformt haben, zu ihren Protagonistinnen und Protagonisten, der Vater, die Mutter, die Schwester. Von ihnen erzählt sie in einer schlichten, nüchternen und ungemein präzisen Sprache, die die Rezensentin gerade durch ihre Ungerührtheit bewegt, nicht selten erschüttert. Man meint aus der Kritik jedoch ein leises Bedauern zu lesen, dass Jarre sich offenbar vor allem an die unglücklichen Momente ihres Lebens erinnert.