Noch einmal hat sich Paolo Cognetti mit "Unten im Tal" jener abgeschiedenen Bergwelt der Piemontesischen Alpen verschrieben, deren Unveränderlichkeit, Stummheit und Archaik das Wesen seiner Protagonisten zu spiegeln scheinen, freut sich Rezensent Peter Henning. In "kargen, gleichwohl feingezeichneten Bildern" fasst Cognetti die Atmosphäre dieser speziellen Landschaft, sowie auch das Verhältnis der Protagonisten zu ihrer Heimat und zueinander, lesen wir. Luigi und Alfredo sind hier aufgewachsen, haben sich viele Jahre lang nicht gesehen, als sie nach dem Tod ihres Vaters zum ersten mal wieder aufeinandertreffen, gelingt es ihnen nicht, ihre alten Konflikte zu lösen, ihre Gewohnheiten zu brechen und einander wirklich, wahrhaftig zu begegnen, so Henning. Von diesem Festhalten an alten Glaubenssätzen, von der Unvereinbarkeit dieser Glaubenssätze und Handlungsweisen und von dem Versagen der Verständigung erzählt dieser ungewöhnliche und berührende Roman, in einer klaren, genauen und bewusst verknappten Sprache, welche eine Art beredtes "Vakuum" erzeugt, so der beeindruckte Rezensent.