Rezensent Bernd Stiegler erfreut sich an dem exquisit editierten und gesetzten Essay- und Bildband, der über 120 Texte des Designtheoretikers Jörg Stürzebecher versammelt und mit Bildmaterial kombiniert. "Höchst erfrischend" zeigt sich dem Kritiker auch hier Stürzebechers eigenwillige, unprätentiöse und leidenschaftliche Herangehensweise an Designphänomene, die keine Grenzen kennt: so begibt sich der Autor in seinen Essays in die Gefilde von Kunst, Literatur, Serien, aber auch etwa von rechtsradikalen Schriften, staunt Stiegler; ihm imponieren dabei vor allem die grenzenlose Neugier und Gegenstandsbezogenheit Stürzebechers, die aber dennoch einer äußerst klaren, stringenten Darstellungsweise und Leserführung durch das Material nicht im Wege stünden. Als "ästhetische Leitplanke" der Essays macht er einen Hang zur konkreten Kunst und zum Konstruktivismus aus; hier herrsche auch eine gewisse "konzeptionell-weltanschaulichen Strenge", die aber wiederum um sehr umsichtige historische Reflexionen wunderbar ergänzt werde. "Glanzstücke" seien etwa "ungemein konzentrierte" Essays über die Geschichte von Schulmöbeln im 20. Jahrhundert; auch eine gesamte Designgeschichte von 1900 bis 1980 gibt es zu lesen. Für den Kritiker eine enorm abwechslungsreiche und optisch ansprechend gestaltete Zusammenstellung von Ursula Wenzel, wieder ein toller Wurf des Verlags Brinkmann & Bose, schließt er.