Literarische Untergangsszenarien kennt Rezensent Maximilian Mengeringhaus viele, doch selten ist Post-Climate-Fiction so poetisch, so "erfrischend unaufgeregt" und so hoffnungsvoll wie Rebecca Campbells "Arborealität". In sechs ineinandergreifenden Erzählungen erzählt Campbell hier vom Überlebenskampf in ruinösen Landschaften, lesen wir. Hitze, Waldbrände und Ressourcenknappheit haben bereits etliche Arten und viele Millionen Menschen dahingerafft und sie gefährden weiterhin das Leben auf der Erde. Campbell fragt nicht nur, wie Menschen unter solchen Umständen überleben können, sondern auch, wie sie sich ihre Werte und ihre Zuversicht bewahren. Derlei ethische Fragen verleiten zu Kitsch und Sentimentalität, weiß Mengeringhaus, doch Campbell gelingt es auf meisterhafte Weise, diese Gefahr zu bannen und vom "würdevollen Überleben in dunklen Zeiten" zu schreiben, ohne dabei allzu gefühlig oder gefällig zu werden. Bravo, so der beeindruckte Rezensent.