Als Psychoanalytikerin kennt Jane Campbell die Abgründe der menschlichen Seele wohl besser als die meisten, vermutet Rezensent Rainer Moritz. Wie gut, dass sie sich entschieden hat, aus diesen Abgründen zu schöpfen und das Zu-Tage-Gebrachte zu Literatur zu verarbeiten. Und was für Literatur! "Souverän", behände und geschickt erzählt die 1942 geborene Debütantin ihre Geschichte über folgenreiche Entscheidungen und die Motivationen, die ihnen zugrunde liegen, so der Rezensent. Dabei spielt sie gekonnt mit bekannten Inzestmythen, flicht die Ideen Freuds mit ein, und hält bis fast zum Schluss einen eleganten Spannungsbogen aufrecht, lesen wir. Nur in den letzten Kapiteln geht es dem Rezensenten ein wenig zu schnell. Trotzdem erwartet Moritz weitere Bücher dieser Autorin mit Vorfreude.