Weitgehend nicht überzeugend ist, was Frank Urbaniok hier über Migration schreibt, urteilt Rezensent Nils Schniederjann. Urbaniok geht von der datengestützten Beobachtung aus, dass bestimmte Nationen in Kriminalitätsstatistiken überrepräsentiert sind. Daran anschließend versuche er zu belegen, dass die Ursache hierfür nicht Lebensumstände, sondern kulturelle Prägungsmuster - Rollenbilder, Extremismus und so weiter - sind, die in diesen Herkunftsländern häufiger vorkommen, fasst Schniederjahn die Hauptthese des Buchs zusammen. Allerdings arbeitet Urbaniok methodisch nicht korrekt, meint der Kritiker, er verwechsele Korrelation und Kausalität und verzichte auf zeitgemäße Analysewerkzeuge wie etwa Regressionsanalysen. Außerdem vermischt er seine Befunde mit anekdotischem Wissen aus seiner Berufspraxis und polemischen Angriffen gegen andere Migrationsforscher, ärgert sich der Rezensent, der Urbaniok außerdem vorwirft, bereits breit diskutierte Erkenntnisse als von Zensur bedrohtes Geheimwissen zu präsentieren.