Einen "wunderbar weisen Roman" über Migrantenschicksale hat Abdelaziz Baraka Sakin hier vorgelegt, findet Rezensentin Stephanie von Oppen. Die jungen Sudanesen Nuri und machten sich auf nach Europa, nur um im berüchtigten "Dschungel von Calais" zu landen. Nuri schafft den Absprung, doch Adam, trotz seiner Klugheit und Sensibilität, bleibt hängen. Der Kritikerin gefällt, wie der Leser Adam aus den Perspektiven unterschiedlichster Personen kennenlernt und so ein differenziertes Bild dieses Charakters entsteht, eines hochgebildeten Mannes, der unbedingt in England Professor werden wollte - und scheitert, obwohl er ideale Voraussetzungen gehabt hätte. Ohne "Larmoyanz", sondern mit Wärme und auch Witz erzählt Sakin diese Geschichte, schließt Oppen, und bietet darüber hinaus einen eindrücklichen Einblick in die brutale Welt des zum Mythos gewordenen nordfranzösischen "Dschungels".