Nein, das ist kein Buch mit Rezepten zur architektonischen Genesung Berlins. Andreas Kilb zumindest erwartet das auch nicht von Hanns Zischler, Schauspieler, Essayist, Übersetzer und in diesen disparaten Texten damit beschäftigt, den Stadtplanungsoffensiven eine Art Flaneur- oder Träumerperspektive entgegenzustellen; die Engel aus Wenders' "Himmel über Berlin" lassen grüßen, meint Kilb. Dass Zischler sich dafür Verbündete sucht, Gertrud Kolmar, den Fälscher Oskar Huth z. B., gefällt Kilb ebenso wie dessen unsystematischer, assoziativer Ansatz und die erwanderten handfesten Urteile des Autors zu missglückten Grünflächenanlagen und anderen Psychoarchitekturen der Stadt.