Daniel Glattauer hat ein Versprechen gebrochen, und es war keine gute Idee, findet die Rezensentin Sandra Kegel. Das Verbrechen war, dass er seinen bei Publikum wie Kritik erfolgreichen E-Mail-Roman "Gut gegen Nordwind" nicht fortsetzen würde. Nun hat er es doch getan. Die beiden Protagonisten Emmi und Leo, die sich im Vorgänger im Medium der E-Mail, nicht aber im richtigen Leben, näher und nahe kamen, sitzen also wieder am Rechner. Sie, Emmi, ist nun verheiratet, aber nicht unbedingt glücklich. Er, Leo, ist Assistent an der Uni, mit wenig stabilem Beziehungsleben. "Temporeiche Wortwechsel" gibt es auch hier, das räumt Kegel ein, und die Lektüre macht durchaus noch Spaß. Der "Zauber" aber ist weg, die Idee hat für sie beim zweiten Aufguss wesentliche Geschmacksstoffe verloren.