Symbolisch bleibt die junge Liebe in diesem Coming-of-Age Roman, verrät Rezensent Paul Jandl. Obwohl überall der Proust'sche Weißdorn blüht, wird die hier auflodernde Leidenschaft nie ausgelebt. Die Liebenden sind die Teenager James und Luke, die sich in einem englischen Dorf kennenlernen, das noch nicht bereit für eine homosexuelle Liebe ist. Später schaut der Erwachsene James zurück auf diese Zeit und erzählt in der Ich-Form vom Coming-Out, einer nicht ausgelebten Leidenschaft und der "kruden Wirklichkeit", die die beiden umgibt (und die Jandl zufolge dem Kitsch einen Riegel vorschiebt). Der verschlossene Luke bleibt für James eher Fantasma als reale Person, verrät Jandl - die unerfüllbare Träumerei wird zum Selbstzweck. Dass der Autor eigentlich Lyriker ist, zeigt Jandl ein "gestisches" Element in seiner Prosa und eine feine Beobachtungsgabe für Details. Ein wenig irritiert ist der Kritiker davon, dass Hewitt "die Schwärmerei der Jugend ungebrochen" in den Bericht eines erwachsenen Mannes übernommen hat. Jandl scheint die Engführung von Landschaft und Liebeserzählung zugesagt zu haben, auch wenn der Roman im Gegensatz zu seinem Vorbild Marcel Proust letztendlich ganz "keusch" bleibt.