Laut Rezensentin Hannah Lühmann führt Sophie Passmann in ihrem Buch "Pick me girls" vor allem vor, dass sich der Feminismus an einem toten Punkt befindet. Die Rezensentin kann einigen Stellen im Buch durchaus etwas abgewinnen, so findet sie Schilderungen von schmerzhaften Erfahrungen aus Passmanns Teenager-Zeit bewegend, weil sie universell von jeder Frau nachvollzogen werden könnten. Interessant findet Lühmann auch, wenn Passmann das Frauenbild in Serien wie "Fleabag" dekonstruiert und zeigt, dass statt Authentizität nur "eine neue Form von Künstlichkeit" geschaffen wird. Allerdings sind es nur wenige Stellen, an denen der Text den persönlichen Kosmos Passmanns verlässt, meint Lühmann. Wirkliche, tiefe Erkenntnisse bleiben aus, was man auch daran erkenne, dass sich die einzige Debatte, die der Text bisher in der Öffentlichkeit aufgeworfen hat, um Passmanns Botox-Behandlung drehte. Dass solche Nichtigkeiten so viel Aufmerksamkeit bekommen, zeigt Lühmann, in welcher Krise sich der Feminismus befinde, was der Text für sie eher unfreiwillig verdeutlicht.