Rezensent Jens Uthoff ermutigt die Leserschaft, sich der abstoßenden Männerwelt zu stellen, die Heinz Strunk auch in seinem neuen Buch wieder vermisst. Es geht in den Kurzgeschichten um toxische Männlichkeit in diversen Spielarten: um einen sich für "unkaputtbar" haltenden, bis zum fatalen Knochenbruch trainierenden Rentner etwa, oder um einen selbsternannten "Key Note Speaker, Schwerpunkt Erfolg, Persönlichkeit, Zukunft", dem sein "Powerwording" in der Geiselhaft durch Steinzeit-artige Menschen im Neandertal herzlich wenig hilft - zwei besonders eindrückliche Geschichten für den Kritiker; er hält fest: je surrealer, desto interessanter. Strunks Schreiben, das tief in diese gestörten Männerpsychen eintaucht, als voyeuristisch oder gar affirmativ zu lesen, hält Uthoff für unsinnig. Vielmehr gehe es bei der Lektüre darum, sich selbst, gerade auch als Leser aus "gut situierten und gebildeten Kreisen", einen Spiegel vorzuhalten - auch wenn das natürlich nicht angenehm sei.