Rezensent Ijoma Mangold nimmt Robert Seethalers Poetologie auseinander. Wie der Autor in seinem knappen Text um Gustav Mahlers letzte Reise von Amerika nach Europa im Jahr 1910 mit allen Mitteln versucht, dem Kitsch zu entgehen, belustigt Mangold geradezu. Dem Text aber tut das nicht gut, meint er. Zum einen, weil Seethaler in seiner Skrupulosität durchaus in weniger offensichtliche Kitsch-Fallen tritt, zum anderen, da der Autor aus oben genanntem Grund Mahlers Musik einfach komplett außen vor lässt. Das Bedeutungsschwangere, Sehnsucht, Liebe, Einsamkeit etc., lugt laut Mangold beständig hinter dem Geschehen hervor, wird aber unterdrückt. Wenn der Text gegen Ende doch noch "Fahrt aufnimmt", ist der Roman auch schon zu Ende, bedauert Mangold.