Rezensentin Julia Voss hat viel Freude mit Annette Kehnels Buch, das in die Vergangenheit blickt, um den Problemen der Gegenwart zu begegnen. Die Mittelalterhistorikerin wendet sich dabei, lernen wir, nicht nur ihrem Spezialgebiet zu, sondern geht auch noch weiter zurück, bis in die Antike. Strukturiert ist das Buch laut Voss entlang der sieben Todsünden, auf dem historischen Streifzug, den Kehnel unternimmt, begegnen wir unter anderem Orpheus und Eurydike, oder auch Hildegard von Bingen. Das auch erzählerisch überzeugende Buch beschreibt laut Voss, wie die Menschen gefühlten Störungen der göttlichen Ordnung in der Vergangenheit mit umfangreichen Regelwerken begegneten, außerdem lassen sich mithilfe ihres Buches überraschende historische Parallelen ziehen, unter anderem von Gladiatorenkämpfen zum Veggie Day. Insgesamt ist das ein Buch, das zeigt, dass die Gegenwart durchaus noch etwas von der Vergangenheit lernen kann, freut sich Voss. Wenn das Konservativismus ist, dann nur her damit, so das Fazit.