Hundert Jahre ist es her, dass der amerikanische Feuilletonist und Aphoristiker Ambrose Bierce zum letzten Mal gesehen wurde, bevor er in die Wirren des mexikanischen Bürgerkriegs entschwand. Dass der Manesse Verlag aus diesem Anlass einen solch hübschen Band in der superpräzisen Übersetzung von Gisbert Haefs herausbringt, freut die Rezensentin Judith von Sternburg sehr. Falls jemand nicht weiß, mit wem er es hier zu tun hat, erklärt Sternburg: Verglichen mit Bierce war Oscar Wilde eine "Salonmiezekatze", und Mark Twain ein guter Onkel. Der Mann, reibt sich Sternburg die Hände, war nicht nur "durchtrieben und witzig", sondern richtig böse - "strikt böse". Sternburg gibt etliche Beispiele seiner sardonischen Kunst und versichert, dass man sich den Aphorismen auch dann nicht entziehen kann, wenn man begriffen, wie sie funktionieren: "nach rechter Satansbratenart".