Rebecca F. Kuang hat einen Roman geschrieben, der die kulturkämpferischen Debatten der Stunde über Themen wie kulturelle Aneignung klug aufarbeitet, meint Rezensentin Susanne Klingenstein. Im Zentrum steht June Hayward, eine Schriftstellerin, die ihre deutlich erfolgreichere Kollegin Athena Liu beneidet und, nachdem letztere überraschend stirbt, deren Romanmanuskript als ihr eigenes ausgibt. Im Anschluss entfaltet sich laut Klingenstein eine Literaturbetriebsatire, die darstellt, wie ein Bestseller mithilfe von falschen Authentizitätsmarkierungen und textlicher Vereinfachungen entsteht, und auch, wie die entlang postkolonialer Narrative gestrickten Empörungsschleifen des Internets funktionieren. Kuang selbst argumentiert subtil, findet die Rezensentin. Umso ärgerlicher, meint Klingenstein, ist einerseits das Holzhammercover, das der Verlag der deutschen Fassung verpasst hat, und andererseits Jasmin Humburgs ungenaue Übersetzung, die zahlreiche englische Redewendungen falsch wiedergibt. Kuang hat in Zukunft bessere deutsche Editionen verdient, schließt Klingenstein.