Rezensent Andreas Platthaus ist schwer beeindruckt von der "Kanalarbeit", die Gabriele Riedles Buch leiste: tief in die stinkenden Abgründe des politischen Weltgeschehens und des journalistischen Umgangs begebe sich Riedle in ihrem Buch, das aus der Sicht ihres Alteregos von ihren Erfahrungen als Reporterin in Kriegsgebieten erzählt. Dabei geht es, wie Platthaus resümiert, um den Tod des befreundeten Kriegsfotografen Tim H. (Tim Harrington), um die Schattenseiten des Berufs, in dem jeder Auftrag nicht Heldentum, sondern "Katzenjammer" hinterlasse, und um aktuelle Dekolonialisierungsdebatten - das alles vermittle Riedle aber, und das findet der Kritiker bemerkenswert, mit viel Witz, einem Gespür für "Irrsinn" und Selbstironie. Eine "große Mediensatire" sieht der Kritiker hier, mit der Riedle die "Banalisierung" ihres Berufs aufs Korn nehme, ohne ihn dabei zu verklären - ganz in der von der Anderen Bibliothek gewohnten hohen Qualität, lobt Platthaus.