Einen unwiderstehlichen "erzählerischen Sog" entwickelt Isabel Allendes neuer Roman für Rezensentin Ekaterina Kel. Die Ich-Erzählerin Emilia del Valles wächst in der Mitte des 19. Jahrhunderts in San Francisco auf. Keine leichte Zeit für eine Frau, die schreiben möchte, und das will Emilia. Schon früh beginnt sie, unter männlichem Pseudonym Romane zu verfassen, so die Kritikerin, später fängt sie als erste Frau bei einer Zeitung in San Francisco an. Im "Plauderton" wird die Geschichte bis hierher erzählt, außerdem baut Allende Emilias Reportagen als zweite Textebene ein, eklärt Kel. Als 1892 der Bürgerkrieg ausbricht und Emilia sich entschließt, von dort zu berichten, wird es ernster: Mehrmals entkommt die Protagonistin knapp dem Tod, lesen wir. Diese existenziellen Erfahrungen schildert Allende recht "inbrünstig", wie auch der Ton, in dem eine Liebesgeschichte geschildert wird, für den Geschmack der Kritikerin ein wenig "schnulzig" geraten ist. Trotzdem kommt das Buch der Kritikerin wie ein "gut geschriebener Hollywoodfilm" vor - unterhaltsam, dramatisch und thematisch für die meisten anschlussfähig. Man müsse auch bedenken, so die Kritikerin abschließend, das Allende ja eine ganz ähnliche Lebensgeschichte gehabt habe wie ihre Heldin - das mache alles nochmal komplexer.