Rezensent Marc Reichwein bespricht das neue Buch Ferdinand von Schirachs freundlich, weist allerdings darauf hin, dass nicht alles, was der Autor hier fabriziert, auf demselben Niveau ist. 14 Texte versammelt der Band, lesen wir, nicht alle davon sind erzählerischer Natur, vieles ist eher feuilletonistisch, glücklicherweise ohne typische Feuilleton-Krankheiten wie etwa Geschwätzigkeit. Kurz fasst Reichwein die inhaltliche Spannbreite zusammen: Terrorpropaganda wird thematisiert, dito Goethe, mehrmals tauchen Schriftsteller als Figuren auf, außerdem beschäftigt sich Schirach mit Figuren wie Adolf Loos und Egon Friedell. Wahnsinnig originell ist das nicht immer, manches davon hätte vielleicht auch in der Schublade bleiben können, aber Reichwein gefällt doch, dass sich Schirach hier auf neues Terrain vorwagt und nicht alte Erfolgsformeln aufwärmt, zudem fühlt er sich im "Schirach-Sound", der oft in Brecht-Manier auf selbstreflexive Pointen hinaus will, nach wie vor wohl.