Leider hat Maja Lunde das Potential, das in der Idee zu ihrem neuen dystopischen Roman steckt, nicht ganz ausgeschöpft, findet Rezensentin Christiane Lutz. Der Plot ist eigentlich spannend: plötzlich steht die Zeit für alle Menschen still. Das heißt auch, dass alle Zustände körperlichen Verfalls aufgehalten werden, man wächst aber auch nicht mehr und niemand stirbt. Dieses Gedankenexperiment führt die Autorin an einem "übersichtlichen, diversen Personal" durch, erklärt Lutz, da gibt es zum Beispiel Jenny, die eigentlich eine tödliche Krankheit diagnostiziert bekommen hat oder Ellen, die die Freude am Basejumping verliert, weil der Kick der Todesgefahr fehlt. Das hätte sich sehr gut geeignet für "Tiefenbohrungen in existenzialistischer Philosophie" und Fragen nach dem Sinn von Leben und Tod, findet die Kritikerin, leider bleibt Lunde an der Oberfläche. Auch der Schluss ist der Kritikerin etwas zu harmlos geraten - die Autorin entwirft hier eine "Vorhölle", in der der Tod keinen Ausweg mehr bietet, führt die Idee laut Kritikerin aber nicht konsequent aus.