Dorothee Elmiger nimmt sich in "Die Holländerinnen" einen mysteriösen Fall aus dem Jahr 2014 vor, das Verschwinden zweier niederländischer Studentinnen im panamaischen Dschungel, nicht um eine Geschichte zu recherchieren, zu dokumentieren, zu rekonstruieren oder aufzuklären gar. Vielmehr, stellt Rezensentin Marie-Louise Goldmann fest, geht es ihr darum, die Unmöglichkeit all dessen darzustellen, den unvorstellbaren Horror, an dem die Sprache versagen muss, literarisch erfahrbar zu machen. Die Anlage ihrer Erzählung ist komplex, Goldmann empfindet sie teilweise als "anstrengend", erzählt wird fast ausschließlich im Konjunktiv, lesen wir. Zudem knüpft Elmiger zahlreiche literarische Bezüge zu einem Dickicht, das fast ebenso undurchdringlich scheint, wie der Dschungel selbst. So entsteht eine beeindruckende Erzählung, die sich selbst reflektiert und dekonstruiert, die nicht erhellen will, sondern mitten hinein zielt "ins Herz der Finsternis", so die erschauernde Rezensentin.